Allgemeines - Luftrettung in Deutschland

Rettungshubschrauber (nachfolgend RTH) sind speziell ausgerüstete Hubschrauber, die in der Luftrettung als Notarztzubringer (bei einem „Primär-Einsatz“) und als Verlegungsmittel (bei einem „Sekundär-Einsatz“) dienen. Weitere Aufgaben können aber auch sein: Suchflüge, Transport von Medikamenten oder Organen.

 

Der erste Rettungshubschrauber nahm seinen Dienst 1970 in München auf. Sein Rufname lautete demzufolge Christoph 1Der Name „Christoph“ kommt von „Christophorus“; dem Schutzheiligen der Reisenden. 


Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über ein Luftrettungsnetz, das weltweit seinesgleichen sucht. Mit mehr als 70 Stationen, die über das ganze Bundesgebiet regional übergreifend verteilt sind, versorgen die Hubschrauber des BMI, ADAC, DRF und weiterer Betreiber Menschen, die in Not geraten sind und schnell ärztliche Hilfe benötigen. Dabei sind die Hubschrauber meist an Schwerpunkt-Krankenhäusern stationiert, verfügen dort über eine Tankanlage und einen Hangar, in dem der Hubschrauber nach Dienstende untergebracht und somit von äußeren Einflüssen geschützt ist.

Die Crew 

Eine Besatzung besteht aus einem Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistent, welcher die Schnittstelle zwischen Technik und Medizin darstellt, da er auf dem Flug den Piloten und während des Einsatzes den Notarzt unterstützt.  Der Rettungsassistent ist des Weiteren für den Funkverkehr und die Navigation zuständig: die von der Leitstelle übermittelten Daten werden in das GPS Gerät eingegeben, welches ermöglicht, bereits vor Landung ein geeigneten Landeplatz auszuschauen, um möglichst schnell und punktgenau am vorgesehenen Ziel anzukommen. Der Rettungsassistent trug bis Anfang 2014 die genaue Bezeichnung HCM, welches sich aus „HEMS“ (Helikopter Emergency Medial Service) und „Crew“ „Member“ zusammensetzt. Inzwischen nennen sie sich „HEMS TC“ (TC: Technical Crew Member). Außerdem hilft er bei der Luftraumbeobachtung und bei schwierigen Bedingungen bei der Landung, indem er den Piloten einweist.


Der Notarzt ist während des Einsatzes für den Patienten verantwortlich. Er entscheidet über die Maßnahmen, die getroffen werden müssen, die Medikation und legt meist auch das Zielkrankenhaus fest. Während des Fluges ist er für die Überwachung des Patienten zuständig. 

 

Bei manchen Rettungshubschraubern fliegt noch ein Bordmechaniker mit, der zugleich bei Einsätzen für die Windenbetätigung zuständig ist. 

Einsatzbereitschaft 

Die meisten Hubschrauber sind von 7 Uhr bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang einsatzbereit. Trotz modernster Technik kann ein RTH nicht immer ausrücken; schlechte Wetterverhältnisse, Sturm, Eis und Schnee schränken ihn ein, denn die Sicherheit der Crew geht vor.

 

 

In der Nacht fliegen die meisten RTH‘s nicht, denn Landeplätze am Unfallort sind meist wegen Hindernissen nicht zum landen geeignet. Außerdem sind für einen Nachtflug zwei Piloten vorgeschrieben und die Instrumente der Maschine müssen NVG-fähig sein (NVG: Night Vision Goggle = Nachtsichtgeräte). Einige Hubschrauber-Standorte sind 24-Stunden Standorte.

 

← NVG an einem Gentex-Helm angebracht 


Das Einsatzgebiet erstreckt sich in der Regel bei einem Primäreinsatz auf einen Radius von 50 km und bei einem Sekundäreinsatz 70-100 km, hier können aber durchaus auch größere Entfernungen zurückgelegt werden. 

 

In Deutschland muss ein RTH innerhalb 2 Minuten nach Alarmierung in der Luft sein. Dies erfordert ein schnelles Hochfahren der Triebwerke. Durchschnittlich ist der Hubschrauber nach 8 Minuten am Einsatzort, dies ist besonders bei entlegenen Gebieten von Vorteil, wenn ein Rettungswagen und/oder bodengebundener Notarzt eine zu lange Anfahrtszeit hätte. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt bei den meisten Maschinen rund 250 km/h, die Reisegeschwindigkeit liegt meist bei rund 230 km/h.

Luftrettung in besonderen Gebieten 

Je nach Örtlichkeit sind die Hubschrauber mit einer Zusatzausrüstung ausgestattet, zum Beispiel in der Bergregion mit einem sogenannten Bergetauseil mit bis zu 90 m Länge oder einer Rettungswinde. Im Norden des Landes sind manche Hubschrauber mit einem Wetterradar und einer Rettungswinde mit 50 m ausgestattet, sodass die Rettung auf dem Wasser kein Problem darstellt. Außerdem besitzen diese Hubschrauber ebenfalls sogenannte Floats. 

 

Rettungswinde an einer H145 »Christoph Murnau« 


Zusätzliche Ausrüstung

Bei den orangenen Maschinen des BMI kommt ein neu entwickeltes Hinderniswarnsystem, HELLAS (Helikopter Laser Radar), zum Einsatz. Es erkennt Hindernisse wie Kabel und Hochspannungsleitungen bis hin zu dünnen Telefonleitungen. Dies trägt somit enorm zur Flugsicherheit bei.

 

Christoph Westfalen (BK 117), stationiert in Greven, verfügt über einen kleinen, zusätzlichen Außentank, der die Reichweite des Hubschraubers noch einmal etwas erweitern soll. 

Hubschrauber der neuesten Generation

Seit 2015 kommt in der Luftrettung der Nachfolger der EC 145 beim ADAC und der DRF Luftrettung zum Einsatz - die »H 145« (ehemals EC 145 T2, BK 117 D2). Diese Maschine stellt eine Besonderheit dar, denn sie lässt zwei Typen verschmelzen; den sogenannten Fenestron-Heckrotor der EC 135 mit der geräumigen Zelle der EC 145. Dabei ist die H 145 nun etwas länger als die EC 145, dies fällt besonders am Heckausleger auf. 

 

← Optional kann an der EC 145 T2 ein neuer Suchscheinwerfer angebracht werden, der den alten Spectrolab SX-5 Starbust ersetzt. Der SX-5 hat(te) 500 Watt. Der neue Suchscheinwerfer A800 wird von der Firma TrakkaBeam gefertigt und liefert eine gesteigerte Leistung in Höhe von 800 Watt.


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